Die Rüstung der Samurai

Judo ist bekanntermaßen eine waffenlose Kampfsportart und wir verwenden unsere Kampfkleidung, den Judo-Gi, eher als "Sportgerät". Bei den "Vorfahren" unserer Sportart, den Samurai, konnte man natürlich nicht so ungeschützt seinem Gegner entgegentreten: Schließlich wurde mit Pfeil und Bogen, Lanzen, Schwertern und später auch Feuerwaffen gekämpft. Daher hatten die Samurai, wie bei uns früher die Ritter, eine Rüstung an.

Allerdings waren diese Rüstungen viel leichter und der Träger war viel beweglicher und wendiger, als unsere Ritter in den schweren Metallrüstungen. Anfangs wurden Seidenschnüre sehr eng und dicht verknüpft und boten damit einen recht guten Schutz gegen Pfeile. Verbessert wurde der Schutz später, indem zusätzlich Eisenplättchen mit hinein geknüpft wurden.

Es gab zwei Typen von Rüstungen: Die eine war sozusagen maßgeschneidert und der Brustpanzer war aus nur einem Stück. Die andere Variante bestand aus zwei Teilen und konnte damit in der Familie weitergegeben und weiter verwendet werden.

Als 1543 drei Portugiesen durch einen Sturm nach Japan verschlagen wurden, hatten diese Feuerwaffen im Gepäck: Die "Eisenschleudern" wurden bald nachgebaut und die militärische Bedeutung erkannt. Fürst Oda Nobunaga setzte sie als Erster systematisch ein und schaffte es damit, den Grundstein für die Einigung und Befriedung Japans nach einem fast 100 Jahre andauernden Krieg zu legen. Der Einsatz von Feuerwaffen war durchaus nicht unehrenhaft, wie später behauptet wurde: Schließlich wollte man eine Schlacht gewinnen. So war jedes Mittel recht, wenn man die Schmach des Verlierens vermeiden konnte.

Natürlich passte man als Folge auch die Rüstungen an die veränderte Waffentechnik an und verwendete kunstfertig verbundene Panzerplatten oder auch eine Panzerplatte aus einem Stück. Auf dem Bild rechts kannst Du so eine Rüstung sehen: Im Schloß Gettorf (Schleswig-Holstein) kann man eine ganze Sammlung an Rüstungen bewundern.

Da die Samurai keinen Schild mit einem Wappen wie die europäischen Ritter trugen, benötigten Sie ein anderes Zeichen zur Unterscheidung: Um die Hände weiterhin für die Waffen frei zu haben, wurden Banner z. B. im Rücken an der Rüstung befestigt. Die meisten Motive der Banner sind kunstvoll stilisierte Abbilder von Pflanzen im Gegensatz zu den in unseren Gefilden gerne verwendeteten Löwen, Adlern, Bären, etc. Aber auch Muster, Tiere, Natur, Objekte oder seltener Schriftzeichen wurden verwendet.


Wappen der Familie Tokugawa und der Familie Oda:
Stilisierte Malvenblätter bzw. eine Kirschblüte

Auch heute noch sind diese Familienzeichen sehr beliebt und es gibt viele Tausend verschiedener Wappen. Viele davon könnt Ihr auf der Seite www.familyemblem.com bewundern.