Kampfrichter - Handbuch

Freizeitsportler, Wettkämpfer, Trainer, Funktionär, Kampfrichter: Es gibt viele Arten, im Judosport aktiv zu sein.

Nicht jedem liegt es, sich den Anforderungen als Kampfrichter zu stellen. Man braucht schon ein dickes Fell, um auf der Matte auch in kniffligen, vielleicht sogar aufgeheizten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren: Keine Sache, die von heute auf morgen gelingt und die sicherlich persönlichkeitsabhängig ist. Insbesondere den Anfängern im Kampfrichterbereich fällt es nicht leicht, mit dem Druck von außen fertig zu werden. Welchen Anforderungen ein Topkampfrichter genügen soll, könnt Ihr in der Übersetzung des Kampfrichter-Handbuchs der IJF nachlesen: Kampfrichter-Handbuch.

Was macht denn Spaß an dieser Aufgabe? Viele beginnen mit der Kampfrichterei, wenn sie ihre aktive Kämpferkarriere beenden - ist es doch eine Möglichkeit, dem Wettkampfsport eng verbunden zu bleiben.

Meistens nebenher zusätzlich als Trainer tätig, beschäftigen sich die Kampfrichter doch recht ausgeprägt mit Judotechniken und setzen sich mit den Kampfregeln und deren Interpretation auseinander: Im Jahresrythmus wird das Wissen überprüft und bei vielen Meisterschaften die praktische Arbeit bewertet. Überprüft doch einmal Eure eigene Regelkenntnis und besucht das Kampfregel-Testcenter auf meiner Website ...

Als Kampfrichter ist man kein stupider Punktezähler, der nur registriert und konstatiert. Mit dem Regelwerk hat der Kampfrichter durchaus ein Instrument an der Hand, einen Kampf zu leiten und zu gestalten. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass eine Rolle zur rechten Zeit einen Kämpfer schier "aufgeweckt" hat. Oder durch die Ahndung von destruktivem Kampfverhalten sich ein offener Kampf entwickeln konnte. Die allerschönsten Kämpfe aber sind, wenn die Kontrahenten ein aktives und dynamisches Judo zeigen, ohne dass der Strafenkatalog gezückt werden muss!

Sicherlich werden Fehlentscheidungen getroffen, darüber braucht man bestimmt nicht diskutieren: Die Frage ist nur, wie man damit umgeht - seitens Athleten, Trainern und Kampfrichtern. Da würde ich mir doch manches Mal einen konstruktiveren Dialog wünschen. Und Respekt vor der Leistung des jeweils anderen!